Chasselas
roux
Der Ursprung dieser Rebsorte ist ungewiss. In Ägypten sind Rebsorten gefunden worden, welche mit diesem Chasselas grosse Ähnlichkeiten aufweisen. Andere vermuten eine südfranzösische Abstammung oder sogar einen Ursprung im Mâconnais. Was hingegen sicher ist, diese Rebsorte ist die in der Schweiz am meisten verbreitete. Die sehr widerstandsfähigen Pflanzen geben grosse Augen, aus welchen junge, kupferrote Blätter entwachsen. Diese Blätter verleihen dem Chasselas-Weinbaugebiet eine sehr spezielle, fast herbstliche Farbtönung. Die Chasselas-Blumen sind während den Maiabenden sehr empfindlich gegen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Die Traube produziert schöne, runde und goldfarbene Früchte, mit dünner, jedoch widerstandsfähiger Beerenhaut und saftig, knackigem Fruchtfleisch. Zwischen den Fingern gedrückt spaltet sich die Beere ohne zerquetscht zu werden. Diese Eigenschaft verleiht dem Chasselas auch den Namen Fendant. Im Gegensatz zu anderen Rebsorten mit geprägtem Geschmack und Charakter, ist der Chasselas recht neutral. Dies ist der Grund, warum Weine aus Chasselas keine Dominante aufweisen, sondern dem Erdgeschmack Vorrang lassen. Die Vielfältigkeit des Bodens in unserer Region erklärt den Charme der angebotenen Weine.
Pinot
blanc
Diese Rebsorte wird zu Unrecht als Chardonnay oder Pinot-Chardonnay bezeichnet. Sie findet ihren Ursprung in der Bourgogne oder der Champagne. Da sehr empfindlich auf Spätfrost, darf der Pinot blanc nur an ideal gelegenen, sonnenzugewandten Hängen gepflanzt werden. Die kleinen bis mittelgrossen Trauben ergeben grün-gelbe Früchte mit sehr zuckerhaltigem und feinem Saft, welcher noch an Intensität gewinnt, wenn die Beeren auf dem Rebstock vor der Ernte anfaulen können. Der Pinot Blanc ist ein ausgezeichneter Luxuswein, ein vornehmer Herr, der es vorzüglich gut altert. Sein intensiver Säuregehalt macht aus ihm einen angenehmen Partner für Fischgerichte.
Chardonnay
Diese weisse Rebsorte stammt aus der Bourgogne und der Champagne. Sie ist weltweit in allen Weinbaugebieten zu finden. Der Chardonnay ist eine hochqualitative, aber sehr anpassungsfähige Rebsorte. Ihr Ertrag ist regelmässig. Sie gibt viel Zucker ab, behält aber stets einen recht hohen Säuregehalt. Der Weisswein ist edel und körperreich. Sein Bukett ist allgemein sehr fein, kann aber mit dem Reifen der Traube auf gewissen Böden schwer werden.
Auxerrois
Als Import vom Elsass ist der Auxerrois mit keilförmigen Blättern und V-förmigen Einschnitten, dank einem hohen Zucker- und einem relativ geringen Säuregehalt ein Qualitätsprodukt. Die Weine sind ausgewogen, robust, sanft und besitzen ein delikates Bukett. Der Auxerrois vermittelt Frische, ist trocken und fruchtig, hat jedoch kein ausgeprägtes Bukett.
Charmont
Der Charmont wurde erstmals 1965 von Herrn Jean-Louis Simon in Pully (Domaine du Caudoz) durch die Befruchtung von Chasselas mit Chardonnay Blütenstaub erhalten und durch Herrn André Jaquimet unter einer grossen Anzahl von sehr ähnlichen Sämlingen selektioniert. Das Ziel war, eine dem Chasselas verwandte Rebsorte zu erlangen, von welcher eine regelmässigere Produktion mit höherem Zucker- und niedrigem Säuregehalt erhofft werden konnte. Dadurch entstand ein leicht aromatischer, körperreicher, eleganter und feiner Wein.
Riesling-Sylvaner
Der Riesling-Sylvaner wird traditionell als Kreuzungsprodukt zwischen weissem Riesling und grünem Sylvaner beschrieben. Die Gentechniker erlauben uns heute zu behaupten, dass es sich eigentlich um eine Kreuzung zwischen Riesling und Chasselas handelt. Diese Rebsorte ist während der Blütezeit sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und Parasiten, ist aber empfindlich auf die Rebenblattfallkrankheit. Die Weintrauben weisen eine mittlere Grösse auf, besitzen aber kleinere Beeren als der Chasselas. Der daraus entstehende Wein ist körperreich, aromatisch, besitzt ein reiches Bukett mit Moschussgeschmack und relativ niedrigem Säuregehalt. Der Wein kann jung und frisc getrunken werden, altert jedoch gut.
Pinot
gris
Diese Rebsorte wurde wahrscheinlich aus der Bourgogne importiert. Der Pinot gris weist dieselben Eigenschaften auf wie der Pinot noir, weicht jedoch durch die Fruchtfarbe vom letzteren ab. Bei der Beerenreifung werden die Pinot gris-Beeren rosagrau. Die Trauben sind klein und kompakt. Das Fruchtfleisch ist zuckerig und sehr aromareich. Die Ausbeute liegt weit unter derjenigen des Chasselas. Weine dieser Rebsorte sind im Wallis unter der Bezeichnung Malvoisie bekannt. Weltweit spricht man hingegen von Tokaie.
Pinot
noir
Die Pinot noir Rebsorte stammt von der Bourgogne. Sie ergibt robuste Weinstöcke, welche trotz frühzeitigem Austrieb der Augen recht kälteunempfindlich sind. Die kleinen Trauben sind zusammengeballt und zylindrisch. Sie weisen äusserst eng aneinanderliegende Beeren auf, welche beim Reifen eine sehr dunkle, violette, fast schwarz erscheinende Farbe annehmen. Das Fruchtfleisch ist hingegen farblos. Die eingentliche Färbung ist in der Beerenhülse zu finden und tritt während der Gährung aus. Das reife Fruchtfleisch des Pinot noirs glänzt durch seine Feinheit. Der Pinot noir ergibt in unseren nördlichen Regionen einen der besten Rotweine.
Garamet
Durch Befruchtung von schwarzem Gamay mit (weissem) Reichensteiner Pollen bezweckte man, eine frühreife, rote Rebsorte zu erhalten, welche dem Pinot noir und dem Gamay nahe stehen, jedoch der Fäulniss resistenter sein sollte. Der Gamaret ergibt komplette und ausgewogene Rotweine, welche farb- und gerbstoffreich sind. Auch altern diese Weine in begrenztem Mass.